Die eigentliche „Gendersprache“ ist das generische Maskulinum

Holzplättchen mit Buchstaben, die den Satz "Who are you" ergeben. Auf weißem Grund.
Bild: Brett Jordan auf Unsplash
Warum das Unwort „Gendersprache“ vermieden werden sollte, wenn es um geschlechterinklusive Sprache geht. Eine Notiz.

Ein Text von:

Wer über geschlechterinklusive Sprache spricht, sollte den Begriff „Gendersprache“ vermeiden. Er wird vor allem von rechts genutzt und soll verunglimpfend vernebeln, worum es geht: um die sprachliche Sichtbar- und Bewusstmachung geschlechtlicher Vielfalt, als Wert an sich und insbesondere als Voraussetzung politischer Teilhabe von Menschen, die keine Männer (oder Frauen) sind.

Wenn das Sichtbarmachen mit Sonderzeichen wie dem Sternchen (*), dem Unterstrich (_) und (weniger gut) dem Doppelpunkt (:) gemeint ist, wie etwa bei „Autor*innen“, bieten sich als etablierte Begriffe dafür an: „geschlechterinklusive Sprache“, „geschlechtersensible Sprache“ und „geschlechtergerechte Sprache“.

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Am meisten vergeschlechtlicht

Ohnehin absurd ist, dass Menschen, die hauptsächlich das generische Maskulinum nutzen, von „Gendersprache“ sprechen, wenn sie gegen geschlechterinklusive Sprache wettern.

Gerade das generische Maskulinum stellt die am meisten vergeschlechtlichte (im eigentlichen Sinne „gegenderte“) Form von allen dar (neben dem nicht einmal ansatzweise so dominanten generischen Femininum). Nur Männer werden direkt adressiert, alle anderen sind bestenfalls „mitgemeint“.

Die wirkliche „Gendersprache“ ist also das Sprechen und Schreiben mit generischem Maskulinum. ◆

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