Der Sommer ist da und eines der kulturellen Sommerloch-Themen, das sich jedes Jahr zu wiederholen scheint, lauert: Dürfen männlich lesbare Menschen kurze Hosen tragen? Und wenn ja, wie kurz dürfen die sein? Vielleicht wird die Frage anhand prominenter Männerkörper verhandelt werden, wie auch in Sommern zuvor.
Als im August 2020 der SPD-Politiker Kevin Kühnert in kurzer Hose an einem Wickeder Wahlkampfstand Station machte, war das den Ruhr Nachrichten einen eigenen Titel wert. „Kevin Kühnert in kurzer Hose am Info-Stand im Dortmunder Vorort”, hieß es dort, als sei das Kleidungsstück Teil seiner politischen Haltung.
Viel Aufregung um wenig Stoff
Oder im August 2018, als Ijad Madisch, Gründer des Wissenschaftler*innen-Netzwerks ResearchGate, in kurzer Hose auf einem im Internet viel geteilten Foto mit Angela Merkel und dem weitgehend veranzugten Digitalrat der Bundesregierung zu sehen war. Und 2017 gab es im Plenum des Thüringischen Landtags gar ein „Hosengate“, als ein Fraktionsmitarbeiter in Jeansshorts die Würde des Hauses verletzte, so sah es zumindest der Ältestenrat. Viel Aufregung also um wenig Stoff.
In solchen Momenten haftet der kurzen Hose und ihrem Enthüllen etwas tabuhaft Skandalöses an und Kommentare auf Twitter oder Instagram erwecken dann mitunter den Eindruck, das Tragen einer kurzen Hose sei bei Männern nicht nur eine Modesünde, anstößig oder ganz im Gegenteil ein großes Vergnügen, sondern auch ein revolutionärer Akt. Hashtag TeamKurzeHose, Hashtag KurzeHoseUltras.
Dies ist ein Appetitmacher, auf 54books gibt es den vollständigen Text. Darin geht es um Hosen als Machtsymbol, um die Funktion von Kleidung für Geschlechterrollen und um einen Besuch in kurzer Hose bei meiner Mutter im Sauerland.
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